Sozialarbeit in Ghana

24Juli
2014

hello again!

Endlich habe ich es wieder einmal geschafft, einen Blogeintrag zu schreiben.  Leider ist das Internet hier im Internetcafe so langsam, dass ich eine Ewigkeit brauche, alles aufzuschreiben. Auch die Tastaturnen klemmen, sodass es lange geht, bis einige Saetze stehen.

Die Zeit hier vergeht wie im Flug. Unter der Woche habe ich immer das Projekt besucht. Leider konnte ich nicht so viel machen in der Klasse. Doch am Mittwoch schaute Matilda, unsere Verantwortliche, vorbei und wir fuellten einen Fragebogen aus. Auf dem schrieb ich, dass ich gerne mehr machen moechte in der Klasse. Jetzt darf ich ein wenig unterrichten. Das ist sehr schwierig, denn man hat fast keine Hilfsmittel. Nur einen schwarzen Marker, ein Whiteboard und die Kinder haben alle ein Heft und einen Bleistift. Die Bleistifte sind aber so schlecht, sie brechen alle 5 Minuten ab. Die Kinder hoeren mir auch nicht zu. Es ist so laut im ”Klassenzimmer”, man hoert auch die anderen Klassen von nebenan. Auch bin ich immer noch keine Respektsperson, weil ich mich weigere, die Kinder mit dem Stock zu schlagen. Das versteht meine Lehrerin heute noch nicht wirklich.

Am Sonntag waren wir zu siebt bei Joyce, einer Einheimischen. Sie hat uns eingeladen, bei ihr zu essen. Wir kauften die Zutaten und sie kochte dann Redred. Wir konnten ihr beim Zubereiten zuschauen. Das Haus ist nur spaehrlich eingerichtet und ist sehr dunkel. Sie stellte die Pfannen auf einen "Kohleherd" oder so was aehnliches. Das Essen war gut, nur leider viel zu fettig. Ich konnte es nicht aufessen. So voll habe ich mich noch nie gefuehlt. Kein Wunder sind hier alle Frauen so dick, wenn sie so fettig kochen. Allgemein wird hier sehr viel frittiert. Auch als Schutz vor Bakterien.Joyce bezahlt pro Monat 50 Cedis (ungefaehr 15 Franken) fuehr ihr Haus. Das Schulgeld kostet fuehr eines ihrer Kinder (sie hat 3, 2 gehen schon zur Schule) 75 Cedis pro 3 Monate. Das ist sehr viel! 

Bei Joyce liess ich auch meine Haare machen. Ich habe jetzt alle Haare in ganz kleinen "Twists". Also nicht geflochten, sondern gedreht. Sie hat zu meinen Haaren zusaetzlich kuenstliche mit hineingeflochten. Jetzt fuehlen sie meine Haare ziemlich schwer an, es ist eine Umgewoehung. Der ganze Spass dauerte fast 4 Stunden (sie waren zu dritt) und kostete 50 Cedis. Also gerade eine Monatsmiete fuer sie! Schon krass, das sind ganz andere Dimensionen hier. 

Am Mittwoch waren wir am Nachmittag am Strand. Es war leider bewoelkt, aber wir hatten immer die Hoffnung, dass es noch besser wird. Leider blieb es immer gleich und wir beschlossen, die Pizza schon frueher essen zu gehen. So bestellten wir in einem etwas noblerem Restaurant eine Pizza. Es war richtig schoen, wieder einmal etwas zu essen, was man von zuhause kennt J

Heute war ich im Projekt von Caro. Diese Schule ist so arm, sie haben gar kein richtiges Gebaeude, es sind nur einige zusammengenagelte Bretter. Alles ist offen, wenn es regnet, wird alles vertropft. Ich dachte, ich moechte diesen Kindern eine Freude machen und brachte meine Stofftiere hierhin mit, denn diese Kinder koennen sie viel mehr gebrauchen als die Schueler aus meiner Schule. Doch es war ein riesiges Chaos. Mein Ziel war es, den kleinsten je ein Stofftier zu schenken. Doch sobald das die aelteren bemerkten, begann das Gerammel und Gepruegel um die Tiere. Irgendwie schaffte ich es mit Caros Hilfe, es einigermassen gerecht zu verteilen. Den Lehrern war das egal, sie beachteten uns nicht wirklich und halfen uns ueberhaupt nicht. Als sie aber dann den Schluesselanhaenger entdeckte, steckte sie ihn selber ein! Die grossen waren natuerlich wuetend, weil sie selber nichts bekommen hatten. Aber ich wollte nicht auch noch die Stifte und Nanos verteilen in diesem Trubel.

In der Pause spielte ich mit den Kindern, das war so suess! Die brauche wirklich Liebe und jemanden, der sich mit ihnen beschaeftigt und mit ihnen spielt. Sie waren anhaenglich und freuten sich ueber uns. Spaeter, als dann die Pause um war und ich Fotos gemacht hatte, startete ich einen naechsten Versuch, den aelteren Kindern die Stifte und Nanos zu verteilen. Ich began bei den aeltesten. Diese bekamen Marker und Stifte. Aber anstatt einfach nur Danke zu sagen, wollten sie noch tauschen und auswaehlen! Einige bekamen dann halt nichts, weil sie die “nicht so guten Bleistifte” nicht wollten. Leider waren am Schluss wieder so viele Kinder um mich und Caro, dass wir ueberhaupt keinen Ueberblick mehr hatten, wer schon was hat und wer nicht. Diese Kinder koennen nicht einfach hinsitzen und warten, bis sie was bekommen. Leider. Schlussendlich hatten dann hoffentlich alle Kinder irgendetwas, ich weiss es nicht. Aber ich war ein wenig enttaeuscht, dass sie nicht mal Danke gesagt haben und noch motzten, dass sie nicht das richtige bekommen haben. Das ist schade. Die kennen hier kein Danke und Bitte.

Ich hoffe, meine Hosen sind bald fertig geschneidert. Wir kauften den Stoff im “Maggi-Haus”. Das ist ein Gebaeude, welches aus 3 Stockwerken besteht. Auf der ebenerdigen Etage verkaufen sie Fische, Gewuertze, Fruechte, Gemuese…, auf der zweiten Etage warden Tupperware, Duschmittel, Shampoos und so weiter verkauft und die ganze oberste Etage besteht aus den verschiedensten Stoffen, die man kaufen kann. Wir verirren uns jedesmal, wenn wir dort einkaufen gehen, weil alles so bunt ist. Die Schneiderin wohnt nur ungefaehr 100m von uns entfernt und schneidert uns alles, was wir wollen. Sie braucht nur den Stoff und genaue Angaben. Ich bin gespannt, wie meine Hosen werden